Akkreditierung
Die Akkreditierung ist das Bemühen den Sumpf
unzureichender Qualifikationen trockenzulegen. Es handelt sich um
eine Art Gütesiegel, welches ausdrückt: diese Qualifikation ist bis
in die Details überprüft und für gut befunden worden; es genügt
einer Vielzahl von Qualitätsanforderungen an eine moderne
Ausbildung.
Diese Hilfestellung für Pflegende, Studenten, Arbeitgeber und
staatliche Stellen, ist in den USA schon vor rund Hundert Jahren
eingeführt worden. Um unseriösen Angeboten Vorschub zu leisten,
wurde auf Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 3. Dezember 1998
gleichzeitig der Akkreditierungsrat gebildet, der Agenturen
akkreditiert, die ihrerseits neue Qualifizierungsmaßnahmen
akkreditieren dürfen und aufgemerkt, nur diese dürfen akkreditieren.
Dieses Modell ist aus den USA übernommen: dort gibt es eine Fülle
von Akkreditierungseinrichtungen, die ihrerseits staatlicher
Überprüfung unterliegen und durch staatliche Stellen anerkannt sind.
Welche Qualitätsmerkmale im Rahmen des Akkreditierungsverfahrens
überprüft werden, entscheidet die jeweilige Akkreditierungsbehörde.
Im Wesentlichen geht es um eine fachliche Schwerpunktsetzung und
gewisse Mindestinhalte und eine angemessene Vielfalt des Curriculums
sowie die Qualität des Lehrkörpers und den Praxisbezug der
Qualifizierung. In Europa legt man zudem besonderen Wert auf die
internationale Ausrichtung des Programms; nicht überraschend hinken
die Vereinigten Staaten in diesem Punkt ein wenig hinterher.
Die Akkreditierung einer Qualifizierung soll einen gewissen
Mindeststandard sicherstellen. Die Akkreditierung ist eines der
grundlegenden Qualitätsmerkmale einer Qualifizierungsmaßnahme. Ohne
Akkreditierung wird es immer schwieriger, eine Qualifizierung
positiv zu profilieren und erfolgreich zu vermarkten.
Vorsicht: Auch Akkreditierungseinrichtungen gibt es bereits mehr als
man braucht! Bei weitem nicht alle werden durch die deutschen
Kultusministerien anerkannt; und deren Genehmigung ist die
Voraussetzung dafür, dass sich eine Qualifizierung "akkreditiert"
nennen darf.
Es wird entweder für eine Fachrichtung akkreditiert oder die
gesamte Institution.
Die Akkreditierung ist ein strenger Prozess. Eine
Qualifizierungsmaßnahme die akkreditiert worden ist, hat sich z.B.
alle zehn Jahre einer erneuten Kontrolle zu stellen. Die
EQUIS-Akkreditierung wird sogar nur für fünf Jahre vergeben, und die
FIBAA schickt die Maßnahme bereits nach vier Jahren in die
Re-Akkreditierung, in der die akkreditierte Stelle belegen muss,
dass sie ihr Ausbildungsprogramm erkennbar aktualisiert und
fortgeführt hat, so dass dieses nach wie vor den ständig steigenden
Anforderungen an eine Akkreditierung genügt. Damit garantiert der
Akkreditierungsprozess, dass das Niveau der Ausbildung über einen
langen Zeitraum gehalten und darüber hinaus kontinuierlich
verbessert wird.
